14. April 2022

Tubeless oder Schlauch?

Moderne eMTBs verfügen über Laufräder, die sich sowohl mit konventionellen Reifen und Schläuchen als auch mit einem Tubeless-Setup ausstatten lassen. In unserem Faktencheck haben wir die Vor- und Nachteile beider Systeme zusammengefasst. 

Vorteile eines Tubeless-Setups 

Hohe Pannensicherheit  

Tubeless-Systeme bieten einen sehr hohen Pannenschutz. Denn platzende Schläuche oder Ventilabrisse sind bei Tubeless-Reifen ausgeschlossen. Auch Luftverluste durch Snakebites, bei denen der Schlauch durch ein Durchschlagen des Reifens beschädigt wird, kommen bei Tubeless-Systemen nicht vor. Kleinere Löcher im Reifen, verursacht durch Dornen oder spitze Steine, werden durch die Dichtmilch im Reifeninneren während der Fahrt von selbst verschlossen.  

Mehr Grip  

Das Tubeless-Setup kann mit weniger Luftdruck gefahren werden. Das bringt spürbare Vorteile bei der Traktion und deutlich mehr Kontrolle in kritischen Situationen und auf anspruchsvollen Strecken. Zudem verbessert der geringere Luftdruck auch die natürliche Dämpfung des Reifens und sorgt so für mehr Fahrkomfort.  

Weniger Rollwiderstand und rotierende Masse  

Bei einem Tubeless-Reifen gibt es zwischen Reifen und Schlauch keine Reibung. Damit wird der Rollwiderstand verringert. „Auf allen meinen Bikes fahre ich nur noch Tubeless-Reifen. Der bessere Pannenschutz ist das eine. Wichtiger für mich ist das geringere Gesamtgewicht des Laufrads. Durch die geringere rotierende Masse sind die Fahrdynamik und Agilität spürbar besser.“ Stephan Koch, ROTWILD Vertrieb Süddeutschland & Italien.
Auf ruppigem, steinigem Untergrund oder in steilen Passagen bieten Tubeless-Reifen in der Regel besseren Grip.

Nachteile eines Tubeless-Reifens

Aufwendigere Montage

Zum Umrüsten auf ein Tubeless-System benötigt man neben einem tubeless-tauglichen Laufrad und Reifen Dichtmilch, besondere Tubeless Ventile und ein besonderes Felgenband, welches bei den ROTWILD Bikes schon serienmäßig verbaut ist. Wer mit dem speziellen Montagevorgang nicht vertraut ist, sollte dies einem Fachmann überlassen. 

Luftverlust bei längeren Standzeiten

Ein Tubeless-Reifen hält den Luftdruck nur über wenige Wochen auf dem gewünschten Level. Ein regelmäßiges Nachjustieren des Luftdrucks vor der Tour ist demnach unerlässlich.

Regelmäßiges Erneuern der Dichtflüssigkeit

Die Dichtmilch im Reifeinneren verfestigt sich mit der Zeit zu einem Gummifilm. Um den Pannenschutz zu erhalten, muss die Dichtmilch nach etwa 2.000 Kilometern oder spätestens nach 6-7 Monaten erneuert werden. Um zu testen, ob die Dichtflüssigkeit noch funktioniert, kann man mit einer Nadel in die Lauffläche des Reifens stechen und das Laufrad rotieren lassen. Verschließt sich das Loch nicht von selbst, muss Flüssigkeit nachgefüllt oder erneuert werden.

Tipps zum Gebrauch von Tubeless-Reifen

Wer seine Reifen auf tubeless umgerüstet hat, sollte bei seinen Touren trotzdem stets einen Ersatzschlauch einpacken. Denn falls die Felge durch einen Schlag leicht verformt wird oder der Mantel einen Riss bekommt, ist der Tubeless-Reifen nicht mehr dicht. Dann macht nur der Einbau eines Schlauchs das Rad wieder fahrtüchtig. Extreme Downhill-Biker, die vor allem in sehr grobem Gelände unterwegs sind, bevorzugen wegen des besseren Grips einen sehr niedrigen Luftdruck von unter 1,5 bar. Tipp von Stephan: „Wenn ich an Enduro-Rennen teilnehme benutze ich als Durchschlagschutz die Pepi’s Tire Noodle. Denn gerade bei langen Etappenrennen willst du in jedem Fall ohne Materialschaden ins Ziel kommen.“

Mit etwas Geduld und Übung sowie dem richtigen Zubehör gelingt es ohne große Probleme, sein Bike auf tubeless umzurüsten.

Vorteile von Reifen mit Schlauch 

Einfaches Handling

Reifen mit Schläuchen zu montieren ist ein Kinderspiel und viel weniger aufwendig als das Aufziehen von Tubeless-Reifen. Wer je nach Jahreszeit unterschiedliche Reifen benutzt, kann diese ohne großen Aufwand wechseln.

Kostengünstig 

Ein Setup für Reifen mit Schläuchen ist günstiger, da die Anschaffung von Dichtmittel und Montagefluid entfällt. 

Nachteile 

Höheres Gesamtgewicht 

Die Kombination aus Mantel und Schlauch ist rund 200 Gramm schwerer als ein Tubeless-Setup. Damit ist die rotierende Masse bei Schlauchreifen größer was das Fahrwerk träger macht und die Beschleunigung und Verzögerung schlechter. 

Weniger Grip durch höheren Luftdruck 

Damit der Schlauch durch das Durchschlagen des Reifens keinen Schaden nimmt, müssen Reifen mit Schläuchen mit höherem Luftdruck gefahren werden. Dies verringert die Kontaktfläche des Reifens und damit den Grip.

Jeder hat es schon mal gemacht: Einen Schlauch zu wechseln geht schnell und meist ohne größeren Aufwand.

Fazit

Tubeless-Reifen bieten allen Mountainbikern spürbare Vorteile, denn durch das geringere Gewicht der rotierenden Masse verbessern sie die Fahrdynamik und Agilität des Bikes. Damit ein Tubeless-System funktionsfähig bleibt, sollte das Rad regelmäßig gefahren werden. Nur so ist eine gleichmäßige Verteilung der Dichtmilch und ein verlässlicher Pannenschutz gewährleistet. Alle ROTWILD Bikes sind mit hochwertigen Tubeless-Ready Laufrädern ausgestattet. So ist eine unkomplizierte Umrüstung auf Tubeless-Bereifung mit wenigen Handgriffen möglich.