3. August 2021

Tipps für Bikepark-Einsteiger

Wer bei dem Wort Bikepark nur an krasse Jump-Lines und North-Shore-Trails denkt, der liegt falsch. Längst bieten moderne Bikeparks ein breites Spektrum an Abfahrten und Flow-Trails, die einen Besuch für alle Mountainbiker zu einem lohnenswerten Erlebnis machen. Wir geben Tipps, worauf man bei seiner Bikepark-Premiere achten soll und verraten, warum sich ein Trip zu einem Bikepark für jeden Biker lohnt.

Was erwartet mich in einem Bikepark?

Moderne Bikeparks sind keinesfalls nur etwas für eingefleischte Downhill- und Enduro-Biker. Sie bieten Abfahrten für alle Levels. Die Strecken bestehen entweder aus künstlich angelegten oder naturbelassenen Trails. Häufig befinden sich Bikeparks dort, wo im Winter der Berg als Skigebiet genutzt wird. Dementsprechend komfortabel gelangt man im Bikepark mit Sessellift, Schlepplift oder Gondel kräftesparend zum Start.

Bikeparks bieten ganz unterschiedliche Möglichkeiten des Bike-Transport an, wie z.B. Gondeln. Foto: Markus Greber @markusgreber, bike’n soul Saalbach @bike_saalbach

Warum sich ein Besuch im Bikepark lohnt

Auf den künstlich angelegten Strecken eines Bikeparks kann man sehr gut und effizient seine Fahrtechnik verbessern. Vom richtigen Kurvenfahren bis hin zum sicheren Bewältigen von Drops und Sprüngen lassen sich dort verschiedenste Fertigkeiten trainieren. Durch die Auswahl an Strecken mit verschiedenen Schwierigkeiten finden hier Biker aller Könnensstufen die für sie passenden Herausforderungen. Damit ist der Bikepark auch ein prima Ziel für einen Ausflug mit der ganzen Familie, die sich dort ans Trailriden herantasten kann.

In modernen Bikeparks haben alle Mountainbikerinnen und Mountainbiker jede Menge Spaß - unabhängig vom Alter. Foto: Markus Greber @markusgreber, bike’n soul Saalbach @bike_saalbach

Welche Ausrüstung brauche ich?

Die Standards Trikot, Shorts, Schuhe und Helm bilden die Basis der Ausrüstung. Wobei für den Bikepark ein Full-Face Helm ein Extra an Sicherheit bietet. Außerdem empfehlenswert sind zumindest Knie- und Ellenbogen-Protektoren und Bike-Handschuhe mit langen Fingern. So sind die bei einem Sturz häufig verletzten Körperteile gut geschützt. Einen zusätzlichen Schutz bietet ein Rückenprotektor oder man greift gleich auf eine Protektorjacke zurück. In diese sind Schützer für Schultern, Ellenbogen, Brust und Rücken integriert. Zu guter Letzt gehört auch eine Bikebrille (Sonnenbrille oder Goggle) zur Bikepark-Grundausstattung. Häufig kann man die Sicherheitsausrüstung im Bikeshop des Bikeparks ausleihen.

Zusätzlich zur üblichen Bike-Ausrüstung sind Knie- und Ellenbogen-Protektoren, Rückenprotektor, robuste Bike-Schuhe sowie ein Fullface-Helm empfehlenswert.

Welcher Biketyp ist ideal?

Ein vollgefedertes Bike sollte es schon sein, denn mit einem Hardtail stößt man im Bikepark schnell an seine Grenzen. Je länger der Radstand und je flacher der Lenkwinkel des Bikes sind, desto laufruhiger ist das Rad. Mountainbikes mit Trail, Enduro und Downhill-Geometrie sind deshalb besser für die ersten Versuche im Bikepark geeignet als All-Mountain- oder Cross-Country-Bikes. Außerdem sollte das Rad für den Bikepark zugelassen sein. Hinweise dazu findet man im Benutzerhandbuch seines Fahrrads.
Mit einem vollgefederten All-Mountain oder Enduro bewältigt man die meisten Strecken einfacher, auch wenn es mal ruppiger oder wurzeliger wird.

Bevor es losgeht: Bike-Setup prüfen!

Reifen

Ein guter Grip ist im Bikepark das A und O. Deshalb sollten auf den Laufrädern Stollenreifen und keine Racingreifen mit wenig Profil montiert sein. Moderne Reifen und Felgen können mit sehr niedrigen Luftdrücken gefahren werden, was die Traktion verbessert. Die Herstellerangaben auf dem Reifen sind Maximaldrücke und für den Bikepark viel zu hoch!

Bremsen

Das die Bremsbeläge wie vor jeder Fahrt auf Verschleiß geprüft werden müssen, sollte selbstverständlich sein. Bevor es in den Bikepark geht, ist es sinnvoll, auch die Einstellung der Bremshebel /Griffweite, Druckpunkt und ihren festen Sitz zu kontrollieren.

Fahrwerk

Auch der Luftdruck der Federgabel und des Dämpfers sollte vor der ersten Runde im Bikepark überprüft werden. Die Herstellerempfehlungen sind ein guter Richtwert. Sie garantieren, dass die Dämpfung einwandfrei funktioniert.

Die richtige Fahrwerksabstimmung verbessert das Fahrverhalten und damit den Spaß im Bikepark.

6 Tipps für die erste Abfahrt

  • Für Mountainbiker mit wenig Erfahrung beim Bergabfahren auf Singletrails ist ein Fahrtechniktraining empfehlenswert. Hier lernt man die grundlegenden Bewegungsabläufe und Techniken um bei der Bikepark-Premiere sicher seine Runden zu drehen.
  • Bevor es dann in den Sattel geht ist ein kurzes Aufwärmen der Arme, Beine und Schultern sinnvoll. Bei der Abfahrt fährt man die meiste Zeit im Stehen, und das ist anstrengend. Gut aufgewärmte Muskeln sorgen dafür, dass einem nicht gleich nach den ersten zwei Runden die Puste ausgeht.
  • Langsam anfangen ist das oberste Gebot. In vielen Bikeparks gibt es einen kleineren Übungsparcours oder einen Pumptrack. Diese eignen sich perfekt für ein paar kleine Aufwärmrunden.
  • Achte auf die Markierung der Schwierigkeitsgrade. Für Bikepark-Einsteiger sind die grün und blau markierten Strecken die richtige Wahl.
  • Immer vorausschauend fahren: Gerade beim ersten Befahren der Strecke weiß man nicht welche Hindernisse hinter der nächsten Kurve liegen.
  • Nicht auf oder hinter Hindernissen und in engen Kurven stehen bleiben. Wer eine Pause braucht verlässt die Strecke und stellt sich neben den Trail.

Bikeparks bieten Einsteigern hervorragende Möglichkeiten sich langsam an herausfordernde Strecken heranzutasten - Wurzelpassagen und kleine Absätze sind schnell kein Problem mehr.

Wo finde ich einen Bikepark in meiner Nähe?

Auf der Webseite bikepark-info.com gibt es eine Übersicht und Kurzbeschreibungen verschiedener Bikeparks in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich.

Tipp zum Schluss: Vor Ort fragen, ob es einen Local Guide gibt. Diese kennen die Strecken und können auf den verschiedenen Streckenabschnitten hilfreiche Tipps zur eigenen Fahrtechnik geben. Foto: Markus Greber @markusgreber, bike’n soul Saalbach @bike_saalbach