ROTWILD x PORSCHE – Mehr als 15 Jahre gemeinsame Entwicklung
Neben der Eigenmarke ROTWILD war die ADP Engineering GmbH seit ihrer Gründung 1994 immer ein nachgefragter Entwicklungspartner für innovative Projekte in der Zweiradbranche. Namhafte Automobilhersteller stehen auf der Kundenliste der ADP, darunter BMW, Audi, Mercedes-Benz. „Als Porsche eine Anfrage an die ADP richtete, produzierten wir zu diesem Zeitpunkt bereits eine eigene Fahrradlinie für Mercedes-Benz“, erinnert sich Peter Schlitt. „Natürlich habe ich vor einer Zusage erst mit den Verantwortlichen von Mercedes gesprochen, ob es ein Problem ist, wenn wir parallel auch mit Porsche kooperieren. Mercedes war aber froh, dass sich ein weiterer Automobilist im Bike Business engagiert. Weil zudem die geplante Positionierung der Porsche Bikes eine andere war, konnten wir das neue Projekt voll starten.“
Nach ca. 18 Monaten Entwicklungszeit stellte Porsche 2011 in Frankfurt am Main seine ersten beiden Räder made by ROTWILD im Sortiment seiner Porsche Design Driver’s Selection vor: das Porsche Bike S und Porsche Bike RS.
Eines war Porsche von Anfang an wichtig in diesem Projekt: ein Bike passt dann zu Porsche, wenn es ein technisches Produkt mit hohem Anspruch an Funktion und Design ist. On top beste Performance, ob Leichtbau oder herausragende Fahreigenschaften.
Das erste Konzept war klar definiert: die Porsche Bikes sollten eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike sein. Als Lifestyle-Produkt kombinierten sie Fahrkomfort mit sportlicher Fahrerfahrung und boten sofort die Porsche typische Performance. „Mit diesem Ansatz sollten die neuen Bikes bewusst nicht in irgendeine Ecke gedrängt werden. Eine klare Positionierung sah die Kombination von innovativem Design mit hochwertigen Komponenten vor. Die Alu-Variante Porsche Bike S mit innovativem Riemenantrieb war als Urban-Bike für den Einsatz in der Stadt oder für leichte Touren konzipiert.
Das Porsche Bike RS zielte mit seinem Carbonrahmen als Leichtgewicht klar auf sportliche Aktivitäten ab. Es wurde für sportliche Fahrer konzipiert, die großen Wert auf Leistung, Design und hochwertige Materialien legen. Das Kürzel "RS" steht bei Porsche traditionell für "Rennsport" und unterstrich den sportlichen Anspruch des Fahrrads.
Die gemeinsame Entwicklungsarbeit erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem ADP eigenen Engineering-Team und Porsche Design in Zell am See, Österreich. Umgesetzt und produziert wurden die Bikes durch die ADP
Kennzeichnendes Designelement aller Modelle war die sog. „Fly Line“, also die Dachlinienform des Porsche 911, die im Oberrohr der Bikes umgesetzt werden sollte. Während sich dieser Design-Ansatz im Carbon-Rahmen durch den hohen Freiheitsgrad in der Gestaltung und intensive Handarbeit problemlos umsetzen lies, erforderte er beim Aluminium-Rahmen das gesamte Können der Rahmenbauer. Auch hier gelang die Realisierung nur durch das seinerzeit noch recht neue und komplexe Hydroforming Verfahren, in dem das Material mit Hilfe einer – unter hohem Druck stehenden – Wasser-Öl-Emulsion in eine Form gepresst wird.
„ROTWILD ist bekannt durch seine Mountainbikes und seine Historie im MTB-Rennsport und entsprechend kennen wir dieses hochinnovative und faszinierende Marktsegment innerhalb der Fahrradbranche sehr gut. Deshalb war es für uns nicht überraschend, dass bei Porsche der Wunsch nach einem MTB lauter wurde“, erinnert sich Peter Schlitt. „Die Geometrie der beiden Porsche Bikes hatten wir extra so gestaltet, dass man diese als Grundlage für ein Mountainbike nehmen konnte. Die neue Laufradgröße 27.5 macht es uns leicht, die Starrgabel durch eine Federgabel zu ersetzen ohne die Geometrie zu zerstören.“
Welche Bedeutung diese Zusammenarbeit für Peter Schlitt und das ganze ADP Engineering Team hatte, fasst der langjährige Porsche Fahrer und Fan zusammen: „Für führende Weltmarken zu arbeiten, gerade im Bereich der Entwicklung, ist immer eine Auszeichnung und auch eine Anerkennung für das bislang Erreichte. Gleichzeitig stellen sich einige Herausforderungen in so einer Kooperation, denn wir müssen als Partner ja die Ansprüche des Kunden an Technik, Qualität und Abläufe erfüllen. Die sind bei einem Global Player wie Porsche an vielen Stellen natürlich komplexer gestaltet als bei uns. Aber wir haben uns der Aufgabe gestellt und gezeigt, dass unsere komplette Company das leisten kann.“
Mit dem Porsche eBike X+ machten ROTWILD und Porsche einen nächsten großen gemeinsamen Schritt. Anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Porsche“ entwarfen die ROTWILD Ingenieure eine Sonderedition des ROTWILD E.X+, das 2019 in limitierter Auflage vorgestellt wurde. Neben einer extrem hochwertigen Ausstattung war ein Designelement die dynamischen "Electric Lines" in Acidgreen. Dieses Modell war zudem ein Ansatz, um die Zusammenarbeit von Fahrrad-Fachhandel und Autohandel zu verbessern.
Im Ergebnis entschied sich Porsche sein Engagement im E-Bike Segment auszubauen und auch hier auf die Kompetenz und Erfahrung der ROTWILD Macher zu setzen. Das Porsche eBike Sport sowie Porsche eBike Cross entstanden in einer intensiven Entwicklungskooperation und werden seit ihrer Vorstellung 2019 in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten an unserem Unternehmenssitz im hessischen Dieburg gefertigt. Für beide Modelle diente diesmal der sportliche Charakter des E-Sportwagens Porsche Taycan als Inspiration und designprägendes Element. Bei den Rädern zitiert der organisch geformte Carbon-Rahmen die Dachlinie des Fahrzeuges.
Diese außergewöhnliche Zusammenarbeit kombiniert die Designkompetenz von Studio F. A. Porsche mit der technischen Expertise der ROTWILD Macher. Die E-Bikes zeichnen sich als vollgefederte Bike durch einen eigenständigen Carbon-Rahmen, leistungsstarke Shimano-Motoren und hochwertige Komponenten aus, aber auch durch die Integration einer starken Beleuchtung beim Sport Modell.
Seitdem wurde die Modellpalette kontinuierlich erweitert. Im Mai 2023 präsentierten Porsche und ROTWILD beispielsweise das Porsche eBike Cross Performance und das eBike Cross Performance EXC, die mit absoluten Top-Komponenten der Bike-Zulieferindustrie ausgestattet sind.
Was diese Kooperation nach so vielen Jahren zu einer wahren Win-Win Situation macht, fasst CEO Peter Schlitt rückblickend zusammen: „In unserer langjährigen Zusammenarbeit haben wir nicht nur gemeinsam tolle Bikes in den Markt gebracht und dafür neue, innovative Lösungen entwickelt. Als ADP haben wir auch vieles von Porsche lernen können, speziell im Hinblick auf Prozess- und Qualitätsmanagement. Den internationalen Service aufzubauen, hier am Standort in Dieburg eine Produktion durchzuführen, die den Anforderungen von Porsche entspricht, viele Modellvarianten zu realisieren, über so viele Jahre der Systemlieferant für diesen Ausnahmekunden sein zu dürfen – all das ist eine Menge Arbeit. Vor allem aber eine große Motivation!“