Rennbericht European E-MTB Tour #6 Luchon
Beim großen Saisonfinale der European E-MTB Tour 2026 im französischen Luchon zeigte das ROTWILD Schwalbe Gravity Team noch einmal seine ganze Klasse. Auf den anspruchsvollen Trails der Pyrenäen kämpften sich Helen, Théo und Kelan über zwölf Stages, darunter zehn Downhill- und zwei Powerstages.
Besonders Helen dominierte das Rennwochenende eindrucksvoll. Mit 10 von 12 Stagesiegen und einem Vorsprung von über 54 Sekunden sicherte sie sich den Sieg beim Finale. Bereits zuvor hatte sie alle Tour-Rennen gewonnen, an denen sie in dieser Saison teilgenommen hatte.
Nach den überzeugenden Auftritten in Méribel und Nauders reiste das Team hochmotiviert zum Saisonfinale. Das traditionsreiche Bergstädtchen am Fuße der Pyrenäen bot mit seinen natürlichen Trails, steilen Abfahrten und technisch fordernden Passagen die perfekte Kulisse für ein würdiges Saisonende.
Bestzeiten, Rückschläge und eine beeindruckende Aufholjagd
Bereits am ersten Renntag setzte das Team starke Akzente. Während Helen von Beginn an die Konkurrenz kontrollierte und einen Stagesieg nach dem anderen einfuhr, zeigten auch Théo und Kelan ihre Stärke. Théo dominierte die ersten Stages und sammelte wichtige Bestzeiten. Ein Schaltwerksdefekt auf der berüchtigten „Chaos-Stage“ inklusive Zeitstrafe warf ihn jedoch weit im Klassement zurück. Kelan verlor nach einem Reifendefekt ebenfalls wertvolle Zeit, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen.
Trotz dieser Rückschläge bewies das Team beeindruckende Moral. Théo kämpfte sich mit weiteren Stagesiegen zurück und war über das gesamte Wochenende hinweg der schnellste Fahrer auf vielen Wertungsprüfungen. Insgesamt gewann er sieben der zwölf Stages und unterstrich eindrucksvoll seine Form. Kelan zeigte ebenfalls eine starke Aufholjagd und arbeitete sich Schritt für Schritt wieder in Richtung Podiumsränge vor.
Powerstage-Spektakel und ein klarer Gesamtsieg
Ein besonderes Highlight waren die beiden Powerstages im Stadtpark von Luchon. Vor zahlreichen Zuschauern ging es über steile Grasböschungen, Wurzelpassagen und enge Kehren. Helen überzeugte erneut mit technisch perfekten Läufen und gewann beide Uphill-Wertungen. Bei den Männern verpasste Théo den Sieg in der ersten Powerstage um lediglich acht Hundertstelsekunden, während Kelan in der zweiten Prüfung einen starken zweiten Platz belegte.
Am Sonntag standen vier weitere Stages auf dem Programm. Helen setzte ihre beeindruckende Vorstellung fort und ließ ihrer Konkurrenz kaum eine Chance. Mit insgesamt zehn von zwölf möglichen Stagesiegen kontrollierte sie das Rennen souverän und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Im Ziel durfte sie sich über einen klaren Gesamtsieg mit mehr als 54 Sekunden Vorsprung freuen.
Erfolgreicher Saisonabschluss mit zwei Tour-Titeln
Auch bei den Männern blieb es bis zum Schluss spannend. Kelan gelang es, sich trotz zweier Reifendefekte vom zehnten Zwischenrang zurück auf das Gesamtpodium zu kämpfen. Mit einer starken Leistung auf den letzten Stages sicherte er sich Rang drei im Finale. Théo zeigte zwar die höchste Geschwindigkeit des Wochenendes, die Defekte vom Samstag kosteten ihn jedoch jede Chance auf ein Spitzenresultat. Am Ende belegte er Platz neun.
Mit dem Rennen in Luchon endete gleichzeitig die Saison der European E-MTB Tour 2026. Für das ROTWILD Schwalbe Gravity Team fällt die Bilanz äußerst positiv aus: Théo sicherte sich den Gesamtsieg der Tour sowie den Titel „King of Power Stage“. Kelan beendete die Saison als Gesamtzweiter und stand bei sechs von acht E-Bike-Rennen auf dem Podium. Helen gewann sämtliche Tour-Rennen, an denen sie teilnahm, und bestätigte ihre außergewöhnliche Konstanz auf höchstem Niveau.
Endergebnis Männer
1. Ienzer: 47:32.33 - 2. Giordanengo: 47:46.88 (+14.55s) - 3. Kelan: 48:59.66 (+1:27.33) - 4. Pontal: 49:05.19 (+1:32.86) - 5. Real: 49:30.70 (+1:58.37) - 9. Théo: 51:32.65 (+4:00.32)
Endergebnis Frauen
1. Helen: 52:55.35 - 2. Chabbert: 53:49.78 (+54.43s) - 3. Swift: 55:22.37 (+2:27.02) - 4. Charles: 56:38.51 (+3:43.16) - 5. Henry: 56:59.60 (+4:04.25)
Nächster Halt: Finale Ligure
Der Blick richtet sich nun bereits auf das nächste Saisonhighlight: die E-EDR-Weltmeisterschaft Ende Oktober in Finale Ligure, bei der das Team seine starke Form erneut unter Beweis stellen möchte.