Rennbericht E-MTB Challenge Riva del Garda 2026
Anfang Mai fand das dritte Rennen der Saison, die Bosch E-MTB Challenge, in Riva del Garda statt. Nach zwei anstrengenden Wochenenden in Slowenien und Belgien haben wir uns sehr auf das eintägige Format gefreut, vor allem weil Théo, Helen und Kelan jeweils mit ein paar Blessuren aus den Wochen davor zu kämpfen hatten.
Spannend im E-MTB Rennsport ist besonders, dass sich noch kein Konzept final durchgesetzt hat. So verfolgt die E-MTB Challenge einen ganz anderen Ansatz. Primär soll die Rennserie jedermann ansprechen und ohne Training absolviert werden können. Für die Pros gibt es einzelne, speziellere Stages mit sogenannten "no feet"-Zonen. Setzt man hier die Füße vom Pedal ab, gibt es eine Zeitstrafe von 5 Sekunden.
Passend zum neuen ROTWILD Store in Torbole waren wir besonders motiviert und wollten an die guten Ergebnisse aus Belgien anknüpfen.
Anreise zum Rennen
Für Helen, Kelan und Théo startete das Rennen gegen ca. 09:00 Uhr am Festivalgelände. Von dort aus führte die Strecke zunächst über die Ponale-Straße in Richtung Ledrosee, wo der eigentliche Rennabschnitt begann. Die Anfahrt mit rund 1.000 Höhenmetern war eine zusätzliche Belastung, bevor es in die technischen Trails ging.
Stage 1 - Up/Down am Ledrosee
Die erste Stage war eine sogenannte Up/Down-Stage. Über eine Wiese ging es im Zickzack den Berg hinunter, danach führte der Kurs über steile Wiesenkurven wieder den Berg hoch, bevor es erneut bergab ins Ziel ging. Alle Fahrer spürten die Intensität der Strecke definitiv in Beinen und Lunge. Für das Thema E-MTB eine Top-Stage: gut zugänglich und einsehbar sowie direkt am See gelegen. Hiervon gerne mehr.
Stage 2 - Erste "no feet"-Zone
Stage 2 begann mit einem kurzen technischen Uphill und der ersten "no feet"-Zone des Tages. Théo und Kelan kamen sauber durch und mussten keinen Fuß setzen. Helen hatte einen kurzen Hänger und handelte sich die erste Zeitstrafe ein. Danach ging der Trail noch rund 1,5 km am Hang entlang. Die Frage, die sich alle stellten: Wann kommt eigentlich die erste richtige Bergab-Stage des Tages?
Stage 3 - Pro-Stage mit Stein-Stufen
Stage 3 war dann die erste Pro-Stage des Tages. Über ein paar große Stein-Stufen folgte die zweite "no feet"-Zone. Théo war der einzige Fahrer im gesamten Pro-Feld, der es ohne Zeitstrafe durch den Parcours schaffte - ein Vorteil, der sich später noch deutlich auszahlen sollte. Auch Kelan kam ohne Strafe durch. Danach folgte wieder eine lange Traverse ins Ziel, die mehr oder weniger bergab führte.
Stage 4 - Endlich bergab
Auf Stage 4 wurden die Wünsche der Fahrer endlich erhört: die erste durchgängige Bergab-Stage des Tages. Offene Kurven mit viel Schotter und eine technische Sektion zum Schluss. Langsam vermischten sich auch die Fahrerfelder zunehmend, sodass Helen, Kelan und Théo jeweils mehrere Fahrer überholen mussten. Glücklicherweise standen Torben und Lukas an der richtigen Stelle und filmten das Manöver. Am Ende ging alles ohne Konsequenzen für unsere Fahrer aus.
Nach den ersten vier Stages ging es zur Pause. Bei den Frauen lieferten sich Helen und Anna Spielmann ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, gerade einmal eine halbe Sekunde trennte die beiden. Bei den Männern hatte Théo bereits einen komfortablen Vorsprung von 23 Sekunden herausgefahren - die saubere Pro-Stage ohne Zeitstrafe machte sich bezahlt. Kelan lag auf Platz vier, nicht einmal eine Sekunde hinter Damien Oton im Kampf ums Podium.
Zwischenstand Frauen: 1. Helen Weber: 18:28.68 - 2. Anna Spielmann: +0.53s - 3. Tracy Mosely: +10.88s - 4. Ines Thoma: +16.16s - 5. Florencia Espineira: +30.05s
Zwischenstand Männer: 1. Théo Ruhlmann: 15:47.58 - 2. Kenny Muller: +23.30s - 3. Damien Oton: +36.15s - 4. Kelan Grant: +36.93s - 5. Christian Textor: +46.76s
Stage 5 - Polenta und eine weitere Up/Down
Nach einer kurzen Pause, in der die Fahrer ausgezeichnet mit Polenta versorgt wurden, folgte eine weitere, eher unspektakuläre Up/Down-Stage.
Stage 6 - Materialprobleme
Stage 6 wurde uns dann etwas zum Verhängnis und forderte zwei Kurbelarme. Kelans Alukurbel wurde bei einem Crash komplett nach außen gebogen, auch die Carbonkurbel von Helen wurde beschädigt. Dementsprechend wurde die letzte Stage mit angezogener Handbremse gefahren. Als wir ins Ziel kamen, lag Helen auf Platz 1, ebenso wie Théo - und Kelan auf Platz 3. Das war unerwartet, aber umso schöner.
Das Warten auf die Ergebnisse
Dann begann das lange Warten. Aufgrund der Auswertung der „no feet“-Zonen gab es bis zur Siegerehrung keine offiziellen Ergebnislisten. Am Ende stand jedoch ein weiteres Top-Ergebnis für das Team und den Avinox M2S Race750: Die Platzierungen aus dem Zieleinlauf blieben bestehen. Somit feierten wir den Sieg in beiden Kategorien sowie den starken dritten Platz von Kelan, der sich in der zweiten Tageshälfte noch von Platz vier auf das Podium nach vorne arbeitete und Damien Oton um über 13 Sekunden distanzierte.Endergebnis Frauen: 1. Helen Weber: 24:39.97 - 2. Anna Spielmann: +5.76s - 3. Tracy Mosely: +14.09s - 4. Ines Thoma: +29.16s - 5. Florencia Espineira: +38.87s
Endergebnis Männer: 1. Théo Ruhlmann: 21:25.60 - 2. Kenny Muller: +30.59s - 3. Kelan Grant: +45.33s - 4. Christian Textor: +50.07s - 5. Damien Oton: +58.06s
Fazit
Ein Format mit Licht und Schatten - top für den Breitensport und Hobbysportler, mit dem Potenzial, das Thema E-MTB einem großen Publikum zugänglich zu machen.
Mehr Eindrücke vom Renntag gibt es im Vlog des ROTWILD-Schwalbe-Gravity-Teams.