Ideen und Lösungen für naturverträgliches Mountainbiken
Warum ist die Aufregung in der MTB-Community über die neuen Verwaltungsvorschriften zum Vollzug des bayerischen Naturschutzgesetzes so groß?
Aber die Vollzugshinweise sind keine Gesetzesänderung richtig?
Mit welchem Ergebnis?
Das Thema Mountainbiken und Naturschutz ist so alt wie der Sport selbst und die Situation in Bayern zeigt exemplarisch, wie komplex das Ganze ist. Was hat sich nun für mich als Mountainbiker in Bayern konkret geändert?
Benjamin Trotter: Man muss wissen, dass die Vollzugshinweise keine Änderung der Verfassung oder des bayerischen Naturschutzgesetzes sind. Singletrails sind demnach für mich als Biker nicht tabu und auch Wegsperrungen müssen vom Grundstücksbesitzer angezeigt und von der unteren Naturschutzbehörde überprüft werden, bevor sie wirksam sind.
Ingmar Hötschel: Das wäre das korrekte Vorgehen. Wir befürchten allerdings, dass Grundbesitzer, die gegenüber Mountainbikern weniger tolerant sind, Verbotsschilder aufhängen, bevor die Behörden den betreffenden Weg entsprechend begutachtet haben. Ich empfehle jedem Biker, sich an die Trail-Rules zu halten und so dem Grundbesitzer erst gar keinen Anlass für eine mögliche Wegsperrung zu bieten.
Ein Argument vieler Grundstücksbesitzer für eine Wegsperrung ist ja auch die Angst vor einer Haftung bei Unfällen, die beim Befahren des Weges passieren. Ist diese berechtigt?
Was hat es mit diesem Projekt auf sich und welche Schlüsse kann der DAV bisher daraus ziehen?
Wie kann ich als Mountainbiker denn aktuell dazu beitragen, dass sich die Akzeptanz für unseren Sport bei allen Skeptikern verbessert?
Ingemar Hötschel: Mit einer guten Fahrtechnik lassen sich Beeinträchtigungen von Wegen auch in schwierigerem Gelände vermeiden. Wichtig ist also, dass der Biker nur dort fährt, wo er das Bike auch beherrscht. Mountainbiker können zudem aktiv helfen, die Wege zu erhalten: indem sie zum Beispiel bei nassen Verhältnissen sensible Wege nicht befahren. Oder, wie es immer öfter geschieht, bei der Instandhaltung der Wege helfen. Außerdem kann man in diesem Zusammenhang nicht oft genug auf die Trail-Rules verweisen. Wenn sich alle an diese Verhaltensregeln halten, wäre schon mal viel gewonnen.
Benjamin Trotter: Dem stimme ich voll und ganz zu. Eine wichtige Aufgabe für uns als DAV ist hier die Aufklärung und der Appell an ein respektvolles Miteinander. Wir haben dazu 10 Empfehlungen formuliert, mit denen wir die Biker für ein rücksichtsvolles Verhalten sensibilisieren möchten. Um Vorurteile wie "Mountainbiker fahren querfeldein, sind rücksichtslos und zerstören Wege" zu entkräften, haben wir auf unserer Website die gängigen Stammtischweisheiten aufgeführt und mit Fakten und Hintergrundinformationen widerlegt.
Viele weitere Infos und nützliche Tipps zum naturverträglichen Mountainbiken findet man auf den Webseiten des Alpenvereins, der DIMB und des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln.