6. Juli 2023

Handmade in Dieburg – die Hauptmontage des R.X275 in Dieburg

Begriffe wie „Handarbeit“, „Ingenieurskunst“ oder „Manufaktur“ beeinflussen als Gütesiegel bei vielen Endverbraucherinnen und -verbrauchern maßbeglich deren Kaufentscheidung. Diese Attribute prägen auch unsere Arbeit täglich: vom Design und der ersten Idee für ein Bike, über dessen Entwicklung bis tief in die Produktion hinein. Im zweiten Teil unserer kleinen Manufakturgeschichte zum R.X275 möchten wir dir tiefergehend erläutern, was „Handmade in Dieburg“ heißt.

Teil 1 zur Produktion des R.X275 liest du hier.

Die Produktionsstraße in der ROTWILD Zentrale in Dieburg

Dieburg als Standort der ROTWILD Manufaktur

Unser leichtes Trailbike mit eAssist zieht auf Bike-Events, Messen und im Fahrradladen die Blicke auf sich. In Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden kommt immer wieder eine Frage auf: „Wo baut ihr das R.X275 denn?“ Die Antwort können wir selbstbewusst geben: In Deutschland. Unser Unternehmenssitz ist im südhessischen Dieburg. Unser Ursprung als deutsches Ingenieursbüro, das Streben nach Innovation und die Festigung unseres Standorts sind uns sehr wichtig. Daher haben wir im Herzen des Rhein-Main-Gebiets auch unsere Idee von Manufaktur Wirklichkeit werden lassen.

Manufaktur – aus dem Lateinischen übersetzt: mit der Hand arbeiten

Gut vorbereitet geht es in die Hauptmontage

Du erinnerst dich an den ersten Teil unserer Manufakturgeschichte? Vorbereitung ist alles. An mehreren Arbeitsplätzen bereiten wir die Montage der R.X275 vor. Damit 12 Exemplare am Ende eines Tages sicher verpackt auf den Transport in den Handel warten. Alles beginnt mit der umfassende Qualitätsprüfung der Rahmen und der „Heirat“ von Rahmen- und Seriennummer. Der Akku findet seinen Platz in dessen Unterrohr. Den verbleibenden Platz nehmen die Verkabelungen für die Schaltung, die Bremsen, die Sattelstütze und den Akku ein. Unsere Produktionsleute montieren Dämpfer, Sattelstütze, Sattel, Schaltwerk, Speedsensor und Hinterradbremse am Rahmen und präparieren die Lenker.

Gut erkennbar an den vorbereiteten Lenkern: der markante rote Boost Button

Das Cockpit des R.X275 als Herzstück der Steuerung

Dann geht es in der Hauptmontage an den Aufbau der Schaltzentrale des R.X275 – des Cockpits. Hier kommt es vor allem darauf an, die Kabel und Leitungen – etwa für den Boost Button oder das Display -akkurat durch die Leitungsführung im Steuerrohr zu fädeln. Das erleichtert die nachfolgende Montage ungemein. Zudem müssen die Produktionsleute - wie bei allen Verschraubungen am Bike – immer auf das entsprechende Drehmoment achten. Bei der Vereinigung von Lenker und Vorbau sind es sechs Nm. Reihenfolge und Abstände spielen beim Anbringen von Boost Button, Brems- und Schalthebel, sowie der Betätigung der Sattelstütze eine große Rolle. Spannender Moment ist danach, wenn der Gabelschaft von unten durch den Rahmen geschoben und der Steuersatz darauf gesteckt wird. Alles ist bereit, um die Einheit aus Lenker und Vorbau final auf der Federgabel zu verankern.

Filigrane Handarbeit ist das Ziehen der Kabel durch das ROTWILD Integrated Cockpit (RIC)

Alles unter Kontrolle mit dem integrierten Display

Danach schließen die sensitiven Hände der ROTWILD Leute das Display an der Verkabelung im Oberrohr an und setzen es in das Oberrohr ein Fahrstufen wählen und die wesentlichen Werte des Bikes ablesen – dazu ist die Bedieneinheit gemacht, die sich hier formschön integriert. Es folgt die Montage der vorderen Bremse und das Anschließen der Bremsleitungen an die Bremshebel. Dabei prüfen die ROTWILD Expertinnen und Experten, ob der volle Lenkeinschlag gewährleistet wird und ob der Druckpunkt bei den Bremsen stimmt.

Das Einsetzen des Displays braucht Fingerspitzengefühl

Die treibende Kraft im R.X275 findet ihren Platz

50 Newtonmeter Drehmoment – so viel bringt der TQ HPR50 Motor, den wir im R.X275 einsetzen. Für unser Konzept vom eAssist ist das genau die richtige Leistung. Für seine Montage werden 2 Toleranzausgleich, 1 Motorkappe, 2 M8-Motorschrauben, eine Abdeckungskappenschraube und zwei Kontermuttern benötigt. Der Toleranzausgleich ist eine Eigenentwicklung. Er sorgt für das passgenaue Einfügen des Motors ohne Motorspiel. Dieser hat eine längere und eine kürzere Seite. Entsprechend achten wir auf den richtigen Sitz im Gehäuse im Rahmen, um die Befestigung mit den entsprechend langen Schrauben zu gewährleisten. Danach setzen wir die Abdeckung auf. Auch hier spielt der Faktor Drehmoment wieder eine entscheidende Rolle. Die Kontermuttern der Motorschrauben werden mit 20 Newtonmetern angezogen. Danach montieren wir auf der Nicht-Antriebsseite die linke Kurbel. Auf der Antriebsseite folgt die Kettenführung.

Anziehen mit dem richtigen Drehmoment – der TQ HPR50-Motor

Fast fertig: eigentlich fehlen nur noch die Laufräder

Bevor wir die Laufräder im Bike montieren können, müssen wir sie vorbereiten. Das hintere Laufrad braucht die Schaltkassette und die Bremsscheibe. Danach komplettieren wir mit Schlauch und Reifen die „Beine des Bikes“. Beim vorderen Laufrad wiederholt sich das Spiel. Natürlich ohne Kassette. Zum Standardprogramm in der Produktion gehört auch das Justieren der Schaltung, damit für die Rider einfaches Losfahren möglich wird. Im höchsten Gang wird die Schaltung so eingestellt, dass die Kette sauber auf dem kleinsten Ritzel läuft und nicht überspringt. Das setzt sich Gang für Gang bis zum größten Ritzel fort. Zu guter Letzt spielen die Expertinnen und Experten von ROTWILD die entsprechende Software zur Motorsteuerung von TQ auf das Bike.

Wenn alles gecheckt ist, dann wird verpackt

An 5 Stationen und nach rund 67 Arbeitsschritten ist das R.X275 dann bereit für die Endkontrolle. Sicher verpackt macht es sich dann auf die Reise zu den ROTWILD Händlern.

Du möchtest mehr über das R.X275 in der Ausstattungsvariante Pro erfahren? Hier findest du alle Details zum Bike und seinen Spezifikationen.