eMTB-Transport: Im Auto oder auf dem Heckträger?
Was die Profis raten
Warum nicht auf das Dach?
Früher war es gängig, sein Mountainbike für den Gardasee-Trip auf das Autodach zu schnallen. Dass dies mit dem E-Bike nicht ratsam ist, hat mehrere Gründe. Zwei davon hängen mit dem höheren Gewicht der E-Bikes im Vergleich zu den motor- und akkulosen Mountainbikes zusammen:
- Es ist eine im Wortsinn schwere Aufgabe, ein E-Bike auf das Autodach zu stemmen.
- Noch wichtiger ist der Sicherheitsaspekt. Eine Untersuchung des Allianz Zentrums für Technik (AZT) ergab 2015, dass sich die E-Bikes beim Aufprall aufgrund ihres hohen Gewichts aus den Halterungen lösten. Auch beim Ausweichen oder Überfahren von Unebenheiten kamen die Dachträger schnell an ihre Grenzen.
- Der dritte Grund ist das Spritzwasser bei heftigen Regenfällen, das Elektronikteile des Bikes beschädigen kann.
Grundsätzliches zum Fahrradheckträger
Fahrradheckträger gibt es in zahlreichen Ausführungen. Aufgrund des Gewichts empfehlen sich beim Transport von E-MTBs Versionen für die Anhängerkupplung, da diese stabiler sind. Viele Hersteller haben inzwischen spezielle E-Bike-Heckträger im Angebot. Beim Kauf gilt: Nicht einfach das günstigste Modell im Internet bestellen, sondern beim Fachhändler beraten lassen und den Träger mit dem eigenen Auto und E-Bike testen.
Wichtig: Das Rad auf dem Heckträger muss optimal befestigt und gesichert werden – sonst drohen Bußgelder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, im Falle eines Unfalls auch höhere Strafen.
Tipp: Beim Außentransport sind grundsätzlich der Akku sowie alle beweglichen Teile wie Bordcomputer vom Rad zu entfernen und im Fahrzeuginneren zu verstauen – und zwar sicher, so dass sie bei plötzlichen Bremsvorgängen nicht durch den Innenraum schießen können.
Achtung: Wenn Fahrradträger oder E-Bike das hintere Nummernschild teilweise oder vollständig verdecken, muss man am Fahrradträger laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) ein gesondertes Kennzeichen anbringen. Fehlt dieses zusätzliche Nummernschild, droht ein Bußgeld von 60 Euro.
Was gegen den Fahrradheckträger spricht
- Sehr hoher Wasserdruck bei Niederschlag – „Unsere Serviceleute sagen, dass das Spritzwasser fast wie ein Dampfdruckstrahler wirkt!“, berichtet Koch. Das bedeutet vor allem Gefahr für die Elektronik.
- Hohe Temperaturen von Abgasanlagen in kritischen Bereichen wie Reifen oder Felgen
- Diebstahlschutz
Was für den Fahrradheckträger spricht
Im Vergleich zum Transport im Auto gibt es ein Argument, das klar für den Heckträger spricht: die bequeme Montage des E-MTBs. Man muss keine Räder abnehmen, kann das Bike am Zielort einfach vom Auto heben und ist nach Anbringen von Akku etc. schnell fahrbereit. Außerdem lassen sich mehrere Bikes leichter transportieren als vor allem in kleineren Autos. Dort drohen Kratzer oder schlimmere Beschädigungen, falls die Bikes im Kofferraum übereinander liegen.
Wichtig: Wurden, wie oben geraten, Display und Akku für den Transport auf dem Heckträger entfernt, sollte man die am E-Bike freiliegenden Anschlusskontakte vor Feuchtigkeit und Schmutz schützen. Auch die Motoreinheit gilt es vor äußeren Einflüssen zu bewahren. Wasserabweisende Transporthüllen sind im Fachhandel erhältlich.
Achtung: Während der Fahrt bei Pausen immer wieder kontrollieren, ob die E-Bikes noch sicher fixiert sind.
Checkliste Fahrradheckträger - diese Regeln gilt es unbedingt zu beachten:
- Die zulässigen Gewichte dürfen nicht überschritten werden – sowohl die zulässige Zuladung des Heckträgers, die dessen Hersteller angibt, als auch die maximale zulässige Stützlast der Anhängerkupplung und des gesamten Autos.
- Das Rad muss sicher befestigt sein, sodass es beim Ausweichen und Bremsen nicht verrutscht.
- Alle losen Teile wie Bordcomputer oder Luftpumpen entfernen. Sie können sich während der Fahrt lösen und andere Fahrzeuge beschädigen.
- Auch den Akku aus Sicherheitsgründen abmontieren und im Fahrzeuginneren transportieren, wo er besser vor Stößen und Hitze geschützt ist. Weiterer Vorteil: Der Transport der wertvollen Akkus im Auto ist ein zusätzlicher Diebstahlschutz. Im Auto in gepolsterten Hüllen aufbewahren und alles sicher befestigen!
Transport im Auto
Der Transport im Wagen ist deswegen empfehlenswert, da das Bike hier vor Wetter und Schmutz geschützt ist. Auch gegen Diebstahl bietet diese Variante einen höheren Schutz. „Bei großen Autos oder Vans gibt es die Möglichkeit für Haltesysteme, z. B. Bike Inside“, sagt Stephan Koch. „Hier reicht der Ausbau des Vorderrades. Die Gabel wird sicher in der Halterung fixiert.“ Bei kleineren Autos müsse man oft mehr zerlegen und manchmal sowohl Vorder- als auch Hinterrad abmontieren, um alles unterzubringen. In einem solchen Fall empfiehlt es sich die Einzelteile mit Luftpolsterfolie oder Decken vor Transportschäden zu schützen.
Achtung: „Gerne werden beim Einräumen des Bikes die Steckachsen am Parkplatz vergessen“, weiß Stephan Koch zu berichten. Das könne am Urlaubsort teuer und unangenehm werden, wenn man das Vorderrad nicht mehr einspannen könne.
Wichtig: Auch im Auto sollte man den Akku abnehmen und wie alle anderen Bike-Teile sicher befestigen. Faustregel: Bei einer Vollbremsung muss alles sicher an seinem Platz bleiben und nicht durch die Windschutzscheibe schießen. Zur Befestigung reichen handelsübliche Spanngurte. Bei unsachgemäßer Sicherung drohen Bußgelder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Darunter ist eine Situation oder ein Zustand zu verstehen, in der eine Person, ein Tier oder eine Sache zu Schaden kommen KANN – es muss also nicht erst ein Schaden vorliegen, damit das Gesetz greift.