11. August 2022

Auf Herz und Nieren getestet – das R.X735

Das ROTWILD R.X735 ist ein Grenzgänger zwischen den Welten. Es ist als „Performance-E-MTB“ neben dem R.X375 ein klassisches, leichtfüßiges All Mountain für das Sammeln von Höhenmetern und den sportiven Ride über den Trail. Der große Akku indes versorgt es mit dem Extra an Energie, für ausdauerndes Fahren. Redakteur Rico Haase hat sich das ganz genau angeschaut und ist mit dem neuesten ROTWILD in Franken über den Trail gehämmert.

(Alle Fotos: Rico Hase - eMTB-News.de)

Ein paar Zahlen vorweg: eMTB-News.de ist das R.X735 auf einem festgelegten Testzyklus in der Nähe von Bamberg in Franken gefahren. Für die Runde von 52,1 Kilometern, mit 1.412 Höhenmetern haben die Tester mit der kontinuierlich höchsten Unterstützungsstufe „Boost“ zwei Stunden 11 Minuten gebraucht – bis der Akku leer war. Das Fazit der Bike-Journalisten: Das R.X735 „brilliert […] auf dem Trail mit souveränem, agilem Fahrverhalten und hinterlässt als überaus spaßiges Gesamtpaket […] einen sehr positiven Gesamteindruck“. Deutlich herausgestellt hat das Magazin, dass die Faktoren „Performance“ und „Design“ bestimmend bei R.X735 sind.

IPU – mit 720 Wattstunden und Shimano EP8

Alleinstellungsmerkmal des neuen R.X735 ist der Akku mit innovativer Zelltechnologie. Die Zellen sind in dieser ROTWILD Eigenentwicklung dichter angeordnet und bieten eine Kapazität von effektiv 720 Wattstunden. Die Akkubezeichnung „735“ indes ist eine Reminiszenz an die Verwandtschaft zum R.X375. Auch im neuen Modell lässt er sich mit einem Knopfdruck mittels Quick Release seitlich aus dem Rahmen entnehmen. „Nie war die Akkuentnahme einfacher, komfortabler und schneller“, fasst es die EMTB-News zusammen. Beim Motor in der IPU hat ROTWILD im Vergleich zu anderen Modellen mit ähnlich hoher Akkulaufleistung einen neuen Weg eingeschlagen. Der Hersteller setzt einen EP8 von Shimano ein und baut in seinen Performance-E-MTB – mit dem Shimano und dem Brose Drive S Mag – nun auf zwei unterschiedliche Motorensystemen. Der EP8 hat ein maximales Drehmoment von 85 Newtonmetern. Die beste Kraftentwicklung findet er bei einer hohen Trittfrequenz des Fahrers. Der Motor möchte dem Rider die Arbeit nicht abnehmen, sondern sie oder ihn beim sportiven Fahren kraftvoll unterstützen. Der EP8 ist klein und lässt sich durch das relativ geringere Einbauvolumen gut in moderne Rahmen integrieren.

Zum Motor stellen die Tester fest: "ROTWILD setzt im R.X735, entgegen dem bekannten Brose Drive S Mag, jetzt auf einen Shimano EP8-Motor, der 85 Nm max. Drehmoment leistet, eine kompakte Bauform und in Sachen Haltbarkeit eine hohe Akzeptanz besitzt."

Die Geometrie – mit 150 Millimeter Federweg

Sportlich geht es in Sachen Geometrie beim neuesten ROTWILD-Bike zu. Das R.X735 hat vorne einen Federweg von 150 Millimetern. Das Fahrwerk haben die ROTWILD Ingenieure auf 144 Millimeter abgestimmt. „Schon auf den ersten Blick fallen die schlanken Dimensionen des Rahmens auf“, betont Rico Haase in seinem Test. Der neue Rahmen ist das Ergebnis konsequenter Entwicklungsarbeit und der Integration des Akkus im Unterrohr. Der Rahmen ist komplett aus hochwertigem Carbon gefertigt. So kommt das Fahrrad in der getesteten Rahmengröße L und der Ausstattungsvariante Ultra auf 21 Kilogramm Gewicht. Schon die Werte wie Federweg oder der Lenkwinkel von 65,5 Grad oder der Sitzwinkel von 75 Grad zeigen die Parallelen zum zweiten All Mountain, dem R.X375. Das hohe Cockpit spräche für „passenden Komfort bei gleichzeitiger Sportlichkeit“, betont eMTB-News.de im Test. Der längere Radstand und Reach unterstützt die Biker dabei, den Schwerpunkt optimal zu verlagern und in extremen Fahrsituationen am Drücker zu bleiben. Der flache Lenkwinkel sorgt für viel Sicherheit bei hohen Geschwindigkeiten.

High-End auch beim Fahrwerk. "Natürlich werkelt am Topmodell ROTWILD R.X735 Ultra ein Fox Kashima-Fahrwerk. An der Front stehen 150 mm, am Heck 144 mm Federweg zur Verfügung."

Drei Ausstattungsvarianten – Core, Pro, Ultra

Ab Werk hat die Einstiegsvariante Core unter anderem mit einer Shimano XT-Schaltung, Magura MT5-Bremsen oder einem Fox-Fahrwerk eine solide Ausstattung. In den Varianten Pro und Ultra sind etwa im Fahrwerk, der Schaltung hochwertigere Komponenten verbaut. So bremsen diese beiden Modelle mit einer Shimano-Bremse. Beim Ultra sind beispielsweise auch die Laufräder von Crankbrothers aus Carbon. „Die Nachgiebigkeit und die angenehme Flexibilität der Carbonfelgen beruhigen das E-Mountainbike in ruppigem Gelände und sorgen für einen seidenweichen Geradeauslauf“, urteilt eMTB-News.de. Zudem setzen die Ingenieure in der Ultraversion auf ein Kashima-Fahrwerk von Fox. Im Fahrwerk ist ein Fox Float X-Dämpfer verbaut, der an die Kinematik des Carbon-Hinterbaus angepasst ist.

ROTWILD R.X735 – schlankes Design trifft auf sportliche Geometrie. Doch damit nicht genug, denn auch technisch hält dieses neue E-MTB einige Finessen parat. (eMTB-News.de)

Der Praxistest – „Ein spaßiges Gesamtpaket“

Den Testern ist vor der ersten Ausfahrt das hohe Cockpit des Bikes aufgefallen. Das sorgt für Übersichtlichkeit. Der Rider hat auch im Stehen eine zentrale Position und kann die Werte vom Display ablesen, ohne sich über den Lenker beugen zu müssen. Rider brauchen auf dem Trail eine souveräne Haltung - egal ob sitzend oder stehend – um die Strecke sicher zu bewältigen. Rico Haase meint: „Hier bekommt man kein super komfortable Allround-Sofa, welches man den Trail einfach hinunterwirft, sich festhält und irgendwie gut unten ankommt. Nein, hier will die Linie gut gewählt werden. Passt Linienwahl und Fahrkönnen, dann sind allerschnellste Zeiten das Ergebnis.“ Dem Bike kommt hier zugute, dass die Ingenieure den gewichtsoptimierten Ansatz der Aggressive-Series weitergedacht haben. „Der Hinterbau verfügt über viel Pop und die Balance des gesamten Bikes ist zentral und tief“, so Rico Haase. So kommt man mit dem Bike auch über wildes Wurzelwerk, steinige Trailpassagen. Das neue R.X735 ist dynamisch und performant auf dem Trail. Rico Haase indes war von der Leichtigkeit des Bikes überzeugt: „Ich bleibe dabei: Die Zukunft gehört weniger dem reinen Light-E-MTB, sondern dem leichten Performance-E-MTB.“ 
Den kompletten eMTB-News.de Testbericht von Rico Haase gibt es online zum Nachlesen.
eMTB-News Tester Rico Haase fuhr auf seiner Testrunde 52,1 Kilometer und 1412 Höhenmeter in 2 Stunden und 11 Minuten. Zusätzlich "brilliert das ROTWILD R.X735 Ultra" und hinterlässt im ersten Test einen begeisternden Gesamteindruck.