27. April 2021

10 Tipps für mehr Reichweite

Egal wie groß er ist – die Kapazität eines Akkus ist immer begrenzt. Wichtig also, das Optimale aus dem Kraftspender herauszuholen. Wir haben 10 Tipps, wie man die Reichweite deutlich erhöhen kann!

Vorausschauend fahren

Vielleicht, wie beim Autofahren, der wirksamste Tipp: Es gilt, E-Bike plus Fahrer auf konstanter Geschwindigkeit zu halten. Denn um eine Masse zu beschleunigen, braucht es die meiste Energie. Sind Fahrer und Bike in Schwung, ist viel weniger Power nötig. Vorausschauendes Fahren beinhaltet kein überflüssiges Stopp & Go, kein scharfes Anfahren; eher rechtzeitig langsamer werden, wenn es nötig ist. Aber auch die richtige Linienwahl fällt unter diesen Punkt. Wer nicht stumpf in jede Unebenheit haut, ist definitiv energiesparender unterwegs.

Checkpoints

  • Kein überflüssiges Stopp & Go, kein scharfes Anfahren
  • Rechtzeitig langsamer werden
  • Richtige Linienwahl, Gelände lesen lernen

Geringere Unterstützungsstufe wählen, Unterstützung anpassen

Wer immer im Boost-Modus unterwegs ist, verbraucht am meisten Akku. Doch oft ist es gar nicht nötig, Vollgas zu geben. Auf flacher Strecke unterstützt der Eco-Modus fast genauso gut. Geht es ins Gelände, ist zu viel Power sogar mitunter kontraproduktiv, da das Hinterrad an technischen Stellen gerne mal durchdreht, was ungewolltes Absteigen bedeuten kann. Hier ist moderate Unterstützung effektiver; wer nicht absteigt, muss sein Rad auch nicht erneut anfahren, was erneut Energie spart.

Immer wenn die Strecke es zulässt, sollte man im Eco-Modus fahren. Der Boost-Modus kommt in steilen und technischen Anstiegen zum Einsatz.

Optimale Trittfrequenz

Bei einer Trittfrequenz ab ca. 70-80 Umdrehungen arbeiten viele Antriebe besonders effizient. Für den Fahrer ist eine Trittfrequenz von 70-75 U/min ebenfalls sehr effektiv, bei vielen stellt sich hier der geringste Kraftaufwand für die gleiche Fahrleistung dar. Da dieser Punkt aber individuell sehr unterschiedlich sein kann, empfiehlt es sich hier, seine eigenen Beobachtungen zu machen. Eine Kadenz von ca. 75 U/min dürfte eine gute Faustregel darstellen. Für ungeübte Fahrer ist es ungewohnt, in so einer hohen Trittfrequenz zu radeln. Da hilft nur üben.

Checkpoints

  • Die eigene effektivste Trittfrequenz herausfinden; ein guter Startpunkt sind ca. 75 U/min
  • Üben, in diesem Bereich zu fahren, auch bei unterschiedlichen Streckenprofilen
  • Schaltung nutzen, um die Trittfrequenz zu halten

Gewicht reduzieren

Leichte Biker kommen mit einer Akkuladung weiter, da der Motor weniger Gewicht bewegen muss. Das E-Bike bietet nur sehr wenig Spielraum für Gewichtsreduzierung; Veränderungen können sogar dazu führen, dass die Garantie erlischt. Deshalb unbedingt vorher informieren, welche Teile überhaupt getauscht werden dürfen! Einfacher ist es da, auf schweres Gepäck zu verzichten. Die effektivste Möglichkeit Gewicht zu reduzieren, ist das eigene Körpergewicht zu reduzieren. Wenn man viel Rad fährt, kommt das meist wie von selbst.

Checkpoints

  • Weniger Gepäck mitnehmen, wenn möglich auf leichtes Equipment zurückgreifen
  • Viel Radfahren, dann purzelt das Gewicht wie von selbst ;-)

Was muss wirklich in den Rucksack? Mit einer genauen Tourplanung lässt sich das Gewicht reduzieren.

Einfache Streckenprofile wählen

Steile Anstiege und viele Höhenmeter fressen jede Menge Akkupower. Deshalb ist es manchmal sogar sinnvoll, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, um letztendlich weiter zu kommen. Will man energiesparend unterwegs sein, sollte man Strecken so wählen, dass starke Anstiege umfahren werden.

Checkpoints

  • Touren bewusst planen, starke Anstiege umfahren
  • Manchmal ist die längere Strecke die schnellere und energiesparendere

Manchmal ist es sinnvoll, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, um letztendlich weiter zu kommen.

Bikepflege

Ein verschmutztes Bike verbraucht mehr Energie. Dreck verursacht Reibung, und Reibung bremst. Deshalb ist die Reinigung und Pflege von Kette, Ritzel oder Lagern obligatorisch und vergrößert die Reichweite. Nicht zuletzt dient es natürlich auch dem Werterhalt und der Funktionalität eines E-Bikes.

Checkpoints

  • E-Bike, besonders den Antrieb, stets sauber und geschmeidig halten
  • Lager checken, schleifende Bremsen richten
Regelmäßige Wartung und ein sauberes Bike verbessern die Reichweite.

Luftdruck anpassen, gute Reifen wählen

Der Luftdruck spielt eine wichtige Rolle in Sachen Rollwiderstand. Je geringer dieser ist, desto effizienter ist das EMTB unterwegs. Im Gelände sollte deutlich weniger Luft gefahren werden, um effizient vorwärts zu kommen (ca. 1,5-1,8 bar). Ist der Luftdruck im Reifen zu hoch, kann sich der Reifen nicht mehr richtig verformen und dem Untergrund anpassen. Vielmehr verringert sich durch zu viel Reifendruck die Kontaktfläche, weniger Traktion ist die Folge. Hochwertige, nicht zu schwere Reifen helfen leicht und energiebewusst vorwärts zu kommen.

Checkpoints

  • Luftdruck vor jeder Fahrt kontrollieren, an den Untergrund anpassen
  • Im Gelände sind 1,5-1,8 bar ein guter Richtwert, je nach Reifendimension und Fahrstil kann der optimale Luftdruck variieren 
  • Hochwertige Reifen laufen leichter und schneller

Eine gute Bereifung mit dem passenden Luftdruck sorgt auch bei Nässe für gute Traktion.

Windschatten nutzen

Meistens fährt man nicht alleine; dabei dann oft nebeneinander. Will man den Akku schonen, ist es sinnvoll hintereinander zu fahren, um den Windschatten zu nutzen. Das ist zwar weniger kommunikativ, kann die Reichweite aber deutlich erhöhen. Damit nicht nur einer Energie spart, immer schön abwechseln!

Checkpoints

  • Windschatten fahren, maximaler Abstand: 2 Meter
  • Abwechseln, um die Akkus gleichmäßig zu schonen
  • Reichweitenunterschiede bei verschiedenen Fahrergewichten können so auch gut ausgeglichen werden

Zweitakku oder Ladegerät einpacken

Wenn vorhanden und möglich, Zweit-Akku einpacken. Widerspricht zwar dem Tipp der Gewichtsreduzierung, verdoppelt allerdings die Reichweite – ein gleich großer Akku vorausgesetzt. Eine leichtere Alternative: Ladegerät mitnehmen, Pausen an Ladestationen einplanen und bei jeder Gelegenheit nachladen. Siehe auch letzter Tipp.

Mit einem zweiten Akku oder einem Ladegerät kann die Reichweite verdoppelt werden.

Bei jeder Gelegenheit nachladen

Klingt banal, ist aber sehr effektiv: Sobald eine Steckdose bzw. Ladegerät in der Nähe ist - aufladen. Schon wenige Minuten zusätzlich am Strom können sich bemerkbar machen. Will man nicht abhängig von Ladestationen sein, eigenes Ladegerät einpacken.

Checkpoints

  • Pausen an Ladestationen machen und wann immer es möglich ist - nachladen
  • Eigenes Ladegerät mitnehmen, um unabhängig zu sein