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Wie Ex-Skistar Anna Veith mit dem E-Bike trainiert

Anna Veith ist als Olympiasiegerin, zweifache Gesamtweltcupsiegerin und dreifache Weltmeisterin eine der erfolgreichsten Skifahrerinnen. Nachdem sie sich im Mai aus dem Profizirkus verabschiedet hat, bleibt ihr nun viel Zeit, um auf ihrem ROTWILD R.C750 die heimischen Berge rund um Schladming zu erkunden. Im folgenden Interview spricht sie über den Reiz des Mountainbikens und verrät, wieso sie keine Hemmungen hat, als Leistungssportlerin mit einem E-Bike in den Bergen unterwegs zu sein.

War das Radfahren schon immer Bestandteil deines Sommertrainings?

Ja, Radfahren ist bei jedem Skifahrer für das Grundlagentraining wichtig. Außerdem lassen sich beim Radfahren Belastungen in höheren Pulsbereichen sehr gelenkschonend und gut steuerbar trainieren. Vor allem im Frühjahr habe ich viel Zeit auf dem Rad verbracht. Im Herbst ging es dann zum Training häufiger in den Kraftraum. Für mich war gerade nach meinen Verletzungen das Mountainbiken der perfekte Sport, um ohne Belastungen für die Knie wieder trainieren zu können.

Wie und wann hast du das Mountainbiken für dich entdeckt?

Im Salzburger Land war ich noch häufiger auf dem Rennrad unterwegs. Nachdem sich mein Lebensmittelpunkt nach Schladming verlagert hat, habe ich mich fast nur noch aufs Mountainbike gesetzt. Das R.C750 meines Partners ist dabei ein geniales Modell.

Was macht für dich den besonderen Reiz des E-Mountainbikes aus?

Für mich ist ein E-Mountainbike das perfekte Trainingsgerät. Durch die Unterstützung kann ich meine Belastung exakt steuern und dabei in der freien Natur fernab des Verkehrs trainieren. Das macht ganz einfach viel mehr Spaß!

Ist dir die Umstellung vom traditionellen Bike zum E-Bike leichtgefallen?

Ich habe nach meiner schweren Verletzung im Winter 2015 zum ersten Mal ein E-Bike ausprobiert. Mein damaliger Trainer war schon begeisterter ROTWILD Biker und hat mir vorgeschlagen, es doch auch mal zu probieren. Da ich mein Knie zunächst nur sehr wenig belasten durfte, hat mir das E-Bike plötzlich wieder ermöglicht, am Muskelaufbau zu arbeiten. Es war in meiner Reha wie ein Türöffner für mich. Endlich konnte ich wieder im Freien und nicht nur im Kraftraum trainieren.

Fährst du denn jetzt in den Bergen nur noch mit dem E-Bike?

Ja, denn ich kann ja die Unterstützung dosieren und so die Belastung genau an meine Kraft und Fitness anpassen. Wenn ich eine geringe Unterstützung wähle oder sogar ganz abschalte, ist das Radfahren auch auf einem E-Bike anstrengend, denn die Räder sind ja um einiges schwerer als normale Mountainbikes. Auch wenn ich zusammen mit einer Freundin, die vielleicht nicht so gut trainiert ist wie ich, unterwegs bin, hat das E-Bike nur Vorteile. Sie wählt einfach eine größere Unterstützung und wir können die Tour gemeinsam genießen.

Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass ich mich durch das E-Bike viel leichter motivieren kann. Im Bewusstsein, dass ich bei Bedarf mit Unterstützung fahre. Wenn ich dann im Sattel sitze und losfahre, will ich mich aber manchmal doch auspowern, jedoch stets im Hinterkopf, dass sich die Belastung gut steuern lässt. Außerdem kann ich so auch Touren planen, die länger sind, als ich sie mit dem normalen Mountainbike fahren würde.

Welches Bike aus der ROTWILD Palette benutzt du auf deinen Biketouren?

Ich fahre das R.C750 als Hardtail. Ein Fully bin ich nur letztes Jahr im Trainingslager in Lienz gefahren, wo wir auch auf Downhill-Trails unterwegs waren. Das war schon cool. Jetzt wo es hier in Schladming auch ein paar neue Downhillstrecken gibt, wäre das für die Zukunft vielleicht schon mal ein Thema. Bis jetzt bin ich mit meinem Hardtail aber noch überall gut runtergekommen.

Was macht dir mehr Spass: Uphill oder Downhill?

Für mich hat beides seinen Reiz. Ich mag die Anstrengung und das langsame Tempo, wenn es bergauf geht. Dabei kann ich auch die Landschaft viel besser erleben. Genauso gefällt mir natürlich auch die Abfahrt, bei der es dann mehr um die richtige Linienwahl und das Bikegefühl geht.

Was war die längste Tour, die du bisher mit deinem E-MTB unternommen hast?

Das kann ich gar nicht genau sagen. Ich bin auch nicht jemand, der seine Kilometer oder Höhenmeter akribisch zählt, sondern fahre viel nach Gefühl. Wenn ich trainiere, schaue ich natürlich schon auf die Uhr, um zu messen, wie lange ich mit welcher Anstrengung fahre. Da ist der Pulsmesser für mich wichtiger als der Kilometerzähler.

Welche Region gefällt dir zum Biken besonders gut?

Zermatt hat mir sehr gut gefallen. Dort hatten wir im Sommer immer unsere Gletschertrainings, was durch die Höhe ziemlich anstrengend ist. Wenn man dann am Nachmittag wieder im Tal ist, steht in der Regel eine Regenerationseinheit am Ergometer auf dem Programm, welche ich optimal auf meinem E-Bike absolvieren konnte. Dabei habe ich ein paar coole, leichte Trails entdeckt und das Bergpanorama ist natürlich auch viel schöner als die Aussicht im Fitnessraum.

Dein Mann Manuel betreibt das Arx Hotel in Schladming. Steigst du jetzt, wo du nicht mehr aktiv Skirennen fährst, dort mit ein, oder was sind deine Zukunftspläne?

Ich versuche natürlich Manuel, so gut es geht, zu unterstützen. Aber einen Vollzeitjob im Hotel mag ich nicht annehmen. Ich möchte in Zukunft meine sportliche Vergangenheit nutzen und zusammen mit meinen Partnern Projekte entwickeln, die eine Verbindung zu mir als Sportlerin haben. Sport ist einfach nach wie vor eine große Leidenschaft von mir, und ich habe keine Ambitionen, jetzt ins Hotelgeschäft einzusteigen.

Ihr habt im Hotel auch eine Reihe von ROTWILD Bikes für eure Gäste in der Garage stehen. Wie kommen die Bikes bei euren Besuchern an?

Wir sind ja beide Sportler, denn Manuel war bis 2013 Snowboardprofi. Daher spielt Sport in unserem Hotel eine große Rolle und dazu gehört natürlich auch das Mountainbiken. Die Gäste können sich die Bikes ausleihen und bekommen von uns Tipps für Touren. Das kommt sehr gut an, wobei viele Gäste nicht nur zum Mountainbiken zu uns kommen, sondern auch andere sportliche Aktivitäten unternehmen.

Was hat es mit deinem Engagement beim Cheetah Conservation Fund auf sich?

Den Cheetah Conservation Fund unterstütze ich seit 2013. Thomas Kettner, ein befreundeter Fotograf, hat mich darauf aufmerksam gemacht und motiviert, mich für die in Namibia vom Aussterben bedrohten Geparde einzusetzen. Als Skirennläuferin spielt Geschwindigkeit für mich eine große Rolle, und der Gepard ist ja bekanntlich das schnellste Tier der Welt – somit gab es eine gewisse Parallele. 2014 haben wir Fotos von mir mit den Geparden gemacht, die dann in einem Kalender erschienen sind. Der Erlös des Verkaufs ging komplett an die Foundation. So kann ich meine Bekanntheit nutzen, um auf den Cheetah Conservation Fund und die Situation der Tiere aufmerksam zu machen.

Außerdem bist auch bei der Laureus Foundation aktiv. Was ist hier deine Rolle?

Die Laureus Foundation setzt sich unter anderem für benachteiligte Kinder ein. Hier gibt es verschiedene Projekte, bei denen ich dann als Sportlerin und Botschafterin mit dabei bin. Mir ist es wichtig, mich auch sozial zu engagieren und so der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Reizt dich als Leistungssportlerin der Gedanke, an MTB "Jedermann"-Rennen teilzu-nehmen?

Nein, das ist für mich im Moment kein Thema. Ich fühle mich ohne Wettkampfdruck gerade ganz wohl. Wobei das natürlich nicht heißt, dass ich solche Events für immer ausschließe. Aber zurzeit genieße ich es sehr, einfach nur zum Spaß Mountainbike zu fahren.

Links

Website: www.anna-veith.com

Instagram: @Anna.Veith

Facebook: @Anna.Veith

Arx Boutique Hotel: www.das-arx.at

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