Fakten-Check: Die CE-Kennzeichnung bei E-Bikes und E-MTBs

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Das kleine CE-Logo ist auf vielen unserer Alltagsprodukte präsent. Ob Rasenmäher, Bluetooth-Box oder E-Bike – überall sind die beiden Buchstaben mal mehr, mal weniger deutlich angebracht. Wir erklären, was es mit der Produktkennzeichnung auf sich hat und wieso sie auch die Entwicklungsarbeit der ROTWILD Ingenieure beeinflusst.

Begriffserklärung

Die CE-Kennzeichnung wurde von der Europäischen Gemeinschaft ins Leben gerufen. Ziel der Kennzeichnung ist es, dass in der EU und im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum nur Produkte verkauft werden, die bei ihrer Benutzung für den Endverbraucher sicher sind. Vereinfacht heißt das: Das CE Logo ist für ein Produkt wie ein technischer Reisepass, mit dem es ohne Einschränkungen im gesamten EU-Binnenmarkt verkauft werden kann.

Die Sicherheitsanforderungen an das jeweilige Produkt werden in verschiedenen EU-Richtlinien konkret festgelegt. So fallen E-Bikes durch ihren Motor unter die Maschinenrichtline 2006/42/EG. Mit einer CE-Kennzeichnung wird also belegt, dass das E-MTB als "Maschine" die Anforderungen der EU-Richtlinie erfüllt. Außerdem schreibt die DIN EN 15194 vor, dass ein E-MTB als EPAC (Electrically Power Assisted Cycles) mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein muss.

Wichtig zu wissen: Die CE-Kennzeichnung ist rechtlich kein Gütesiegel. Sie dokumentiert nur, dass das Produkt die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt.

Die CE-Kennzeichnung ist für das Inverkehrbringen im Europäischen Wirtschaftsraum notwendig. Hierzu muss das Produkt den relevanten europäischen Richtlinien genügen, dazu gehört auch ein erfolgreich absolvierter EMV-Test.

Auswirkungen für die Praxis

ROTWILD als Hersteller muss demnach in eigener Verantwortung prüfen, welche EU-Richtlinien bei der Konstruktion und Produktion der Bikes angewendet werden müssen. Denn: Ein Produkt darf nur in den Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden, wenn es den Bestimmungen sämtlicher zum aktuellen Zeitpunkt anwendbaren Richtlinien entspricht. Nun kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass Biker im Laufe der Zeit Teile an ihrem Fahrrad verändern oder zusätzliche Elemente anbauen. Dabei ist den wenigsten bewusst, dass durch Veränderungen am Rad der Hersteller nicht mehr gewährleisten kann, dass das Bike noch die Vorgaben der CE-Kennzeichnung erfüllt. Wenn beispielsweise ein Seitenständer an der Kettenstrebe des Bikes montiert oder der freigegebene Scheinwerfer durch einen anderen ersetzt wird, erlischt die CE-Kennzeichnung und damit auch die Haftung des Bikeherstellers.

Nur freigegebene Komponenten verwenden

Um individuelle Kundenwünsche wie die Montage eines Seitenständers am Mountainbike zu erfüllen, haben wir als Hersteller eine CE-konforme Lösung entwickelt. Mit dem Kick Stand Adapter, einem austauschbaren Inlay an der Hinterachse, lässt sich ein Seitenständer sicher montieren. Diese Art der Befestigung ist im Gegensatz zur Montage an der Kettenstrebe zugelassen und entspricht den Sicherheitsanforderungen der EU-Richtlinie. Man sollte jedoch bedenken, dass sich der Einsatzbereich des Bikes mit montiertem Seitenständer verkleinert. Forstwege und leichte Touren sind unproblematisch. Aber im Gelände oder auf dem Trail muss die geringere Bodenfreiheit beachtet werden.

Seitenständer nachrüsten und CE-Kennzeichung erhalten? Mit dem optionalen Kick-Stand Adapter geht das problemlos ab den 2020er Bikes.

Einige ROTWILD Kunden äußerten in der Vergangenheit den Wunsch, ihren Frontscheinwerfer am E-Bike durch ein anderes Modell zu ersetzten. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Die freigegebenen Scheinwerfer sind exakt auf die restliche E-MTB Elektronik abgestimmt. Nicht freigegebene Scheinwerfer können durch veränderte Spannung den Akku, die Motorsteuerung oder die Funktion des Displays beschädigen.

Vorteil Monkey Link: Der Scheinwerfer lässt sich mit einem Handgriff montieren oder demontieren. Mit der Supernova Mini 2 Lampe ist das Licht StVZO konform.

Aktuell für ROTWILD E-Bikes und E-MTBs freigegeben sind die beiden Scheinwerfer Supernova Mini 2 und Supernova M99 Mini Pro. Die Nutzung alternativer Scheinwerfer – selbst bei gleicher Wattzahl wie die beiden Supernova Leuchten – ist nicht freigegeben. Die Maschinenrichtlinie bzw. EN15194 schreiben hier einen EMV Test des Gesamtsystems vor.

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