1 of 71 

Bike-Know-how: Basics zur Rahmensteifigkeit bei E-MTBs

Die Steifigkeit des Fahrradrahmens beeinflusst den Charakter des Bikes und muss bei der Konstruktion auf den gewünschten Einsatzbereich abgestimmt werden. An welchen Stellen und durch welche Maßnahmen ein Rahmen in seiner Steifigkeit angepasst werden kann, erläutern wir in diesem Artikel unserer Bike-Know-how-Serie.

Warum ist Rahmensteifigkeit bei der Konstruktion von Mountainbikes wichtig?

Die Steifigkeit eines Fahrradrahmens hat direkte Auswirkungen auf das Fahrverhalten und den Charakter eines Bikes. In der Konstruktion können die Designer an vier Stellen des Fahrradrahmens die Steifigkeit beeinflussen: am Steuerrohr, am Unterrohr, am Tretlager und an den Kettenstreben.

Umfangreiche Praxistests begleiten die Entwicklung jedes ROTWILD Bikes in der Phase bis zur Serienreife.

Ist der Rahmen im Bereich des Steuerrohrs zu weich, leidet die Spurstabilität. Bei schnellen Bergabfahrten und Längsrillen auf der Fahrstrecke kann sich das Rad „schwammig“ anfühlen und nicht mehr sicher kontrollierbar sein.

Auch mangelnde Steifigkeit im Tretlagerbereich und/oder an den Kettenstreben hat direkte negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Sie macht sich besonders im Wiegetritt durch unkontrolliertes Schalten (Ghost Shifting) bemerkbar.

Konstruktion von Unterrohr und Kettenstreben hat den größten Einfluss auf die Rahmensteifigkeit

Die wichtigsten Voraussetzungen, um einen steifen Rahmen zu bauen, sind ein großvolumiges Unterrohr und besonders groß dimensionierte Kettenstreben mit einer breiten Hauptlagerabstützung am Tretlager. Das Oberrohr und die Sattelstreben tragen vergleichsweise wenig zur Rahmensteifigkeit bei, da sich die Kraft immer entlang der steifsten Bauteilkette ihren Weg sucht.

Die optimale Abstimmung der Rahmensteifigkeit bei E-MTBs

Bei E-MTBs kann es bei zu weich abgestimmten Hinterbauten auch ohne Wiegetritt, allein durch den starken Kettenzug, zu Ghost Shiftings kommen. Dieses Verhalten wird als Fishtailing bezeichnet, da hier der Hinterbau, ähnlich wie die Schwanzflosse beim Fisch, seitlich ausweicht.

Die Integration des Motors im Rahmen sowie verstärkte Kettenstreben sind wichtige Voraussetzungen für eine hohe Steifigkeit eines E-MTBs. Wie hier beim ROTWILD R.E+.

Einen zuverlässigen Test, der dieses Verhalten für E-MTBs im Labor simuliert, gibt es noch nicht. Somit muss die Steifigkeit des Hinterbaus in der Praxis getestet werden. ROTWILD legt deshalb besonders großen Wert auf extrem steife und stabile Kettenstreben mit einer aufwändigen und robusten Schwingenlagerung.

Für die optimale Gesamtabstimmung eines E-MTBs muss die gewünschte Rahmensteifigkeit auch die Charakteristik der angebauten Gabel berücksichtigen. Je seitensteifer die Gabel ist, desto steifer muss der Rahmen sein. Ein zu steifer Rahmen mit einer wenig steifen Leichtbaugabel hätte eher negative Fahreigenschaften zur Folge.

Perfekte Mischung zwischen Steifigkeit und Dämpfung

Neben der reinen Steifigkeit ist auch das Dämpfungsverhalten des Rahmens von Bedeutung.  Auf seitliche und frontale elastische Verformungen des Rahmens, welche beim Fahren im Gelände auftreten, muss der Rahmen mit einer möglichst sanften Rückfederung reagieren. Das heißt, der Rahmen schluckt einen Teil der Kräfte, und die Stoßantwort bringt das Fahrwerk möglichst wenig aus der Ruhe ohne dabei weiter nachzuschwingen. Hier haben Carbonrahmen, durch die schwingungsdämpfenden Eigenschaften des Carbons, deutliche Vorteile gegenüber Rahmen aus Aluminium.

Grundsätzlich müssen E-MTB-Rahmen im Vergleich zu klassischen Mountainbikes, abgesehen von der Hinterbausteifigkeit, nicht übertrieben steif sein. Die kritische Wiegetrittsteifigkeit ist bei E-MTBs kaum ein reales Problem, da ein E-MTB vergleichsweise selten im Wiegetritt gefahren wird. Deshalb kann man bei der Gesamtabstimmung des Rahmens einen großen Fokus auf harmonisch dämpfende Rahmeneigenschaften legen.

Always up-to-date with our ROTWILD newsletter

Join now for free