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Worhod

Schaltung & Antrieb vom 27.10.2020 08:52 Aktualisiert am 28.11.2020 00:47

Überarbeiteter Antrieb/neue Software für Brose Drive-S Mag Motor für R.X 750

Hallo Freunde, herzlichen Glückwunsch zu diesem interessanten Forum. Ich hatte bei meinem Händler ein R.X 750 Pro Mod. 2021 vorbestellt, das in diesen Tagen kommen soll. Vor kurzem (?) soll der Brose Motor dieser Modellreihe nicht nur softwareseitig upgedated, sondern auch leicht überarbeitet worden sein, um Antriebsschäden zu vermeiden und ihn generell weniger fehleranfällig zu machen. Kann mir jemand hier in diesem Forum, gerne auch von der Firma Rotwild, sagen, ob dieser überarbeitete Motor bei Rotwild grundsätzlich ab Einführung des Modelljahrs 2021 verbaut wird oder aber hilfsweise, auf welche Seriennummer ich achten soll, wenn ich sichergehen will, den bereits überarbeiteten Antrieb mit neuer Software an meinem Bike zu haben?

Viele Grüße
Worhod
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Blauhirsch

vom 31.10.2020 23:19 Aktualisiert am 01.11.2020 01:04
@Worhord
ich denke auch, dass das Thema Lastspitzen sicher ein zentraler Grund für die wesentlichsten Motorschäden war (aber wie man von Brose und aus der Bike Presse weiß eben nicht das Einzige, siehe Link weiter oben). Die Lösung dieses Lastspitzenproblems über ein Firmwareupdate (das die verschiedenen Bike-Hersteller dann auf deren SW Ausprägung anpassen mussten) war aus meiner Sicht initial ein typisches Thema von Brose, das dann zur individuellen Implementierung an die Bikehersteller adressiert wurde. Dass sich bei solchen Problemen (speziell seitens Motorenhersteller, der in dem Fall Haupt-Problemverursacher und -löser ist, aber auch seitens Bike Hersteller) stark um Abhilfe bemüht wird, ist für alle Beteiligten sicher eher selbstverständlich als erwähnenswert.

Die Garantieverlängerung auf Riemenschäden ist dann im Anschluss meiner Meinung nach auch das absolute Minimum, was zu erwarten war. Warum?

Weil Schäden, durch das SW Problem (in der Zeit noch vor Verfügbarkeit des Updates) und die anderen HW Knackpunkte verursacht, wohl leider nicht zwingend bereits innerhalb der verlängerten Garantiezeit auftreten werden.

Weil es scheinbar auch diverse andere Motorschäden (basierend auf dem SW und den o.g. HW Themen) ohne das Symptom gerissener Riemen gab, die durch die Verlängerung nicht abgedeckt sein werden.

Aus Herstellersicht passt Deine Argumentation sicherlich. Was hier angeboten wurde ist besser als das eindeutige Produktproblem gar nicht zu lösen und die bei den Kunden zu erwartenden Folgeschäden auch nicht im Rahmen der Garantieleistung zu berücksichtigen. Für den einen großartig, für den anderen eher selbstverständlich.

Was m.E. aus Kundensicht die optimale Lösung gewesen wäre, mit der das Produkt dann zumindest nachträglich noch den initialen Erwartungen entsprochen hätte, wäre ein vorsorglicher (nicht erst nach Schadensfall im Gelände stattfindender) Tausch aller mit den erkannten Mängeln ausgelieferten Motoren gegen die Version mit behobenen HW-, Riemen- und SW Schwachpunkten incl. normalem Garantiebeginn ab Tausch. Dann könnte man sicher sein, dass der Motor vor dem SW Update noch nicht gefahren worden wäre und dass es auch keine andere bereits als Schwachpunkte bekannten HW Themen mehr gibt. Vermutlich ist das ja viel zu anspruchsvoll, zumindest sofern man kein Problem mit der von Dir zitierten Funktion als williges, solventes Versuchskaninchen hat ;-) Aber Spaß beiseite...beim Auto würde keiner weniger akzeptieren (wie man an Rückrufen oder der Anspruchshaltung nach dem Dieselskandal sieht). Zumindest wenn man von den detaillierteren Vorgängen weiß, was natürlich dort wie hier normalerweise nicht der Fall ist. Warum wird das beim E-Bike kulanter gesehen und auch allerlei Auslieferungsmontage- und Haltbarkeitsprobleme gerne selbst gelöst? Ich denke weil der Biker das Schrauben gewöhnt ist, es gerne macht, schnell wieder fahren will, die Reparaturzeiten im Fachhandel oft zu lange sind und weil die im schlimmsten Fall anfallenden knapp tausend € für einen neuen Motor im Zweifelsfall für die solvente Kundschaft noch kalkulierbar sind.

JeeP

vom 01.11.2020 08:52 Aktualisiert am 01.11.2020 08:57
Die Automobilindustrie hier als positives Beispiel zu nennen und im besonderen VW hervorzuheben ist imho daneben.
VW hätte ohne Zwang beim Abgas gar nichts getan.
Bestes Beispiel wie VW mit Problemen normalerweise umgeht sind die zahlreichen konzernweiten Schäden an den DSG Getrieben, oft schon bei geringen Kilometerleistungen. Wenn das betroffene Getriebe außerhalb der Gewährleistung oder Garantie ist, gibt es von VW keinerlei Kulanz. Jede Werkstatt empfiehlt dann das Getriebe zu tauschen, da die neuen zahlreiche Hardware- und Softwareverbesserungen hätten und jetzt halten „sollen“.
Ist also so, das bekannt ist, dass die Getriebe fehlerhaft sind, aber Abhilfe wird vorab nicht betrieben und Kulanz gibt es auch nicht.
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Blauhirsch

vom 01.11.2020 12:31 Aktualisiert am 01.11.2020 13:41
Ich habe nicht die Automobilindustrie positiv hervorgehoben, sondern auf den höheren Anspruch der Kunden gegenüber der Automobilindustrie aufmerksam gemacht. Dass die Industrie hier wie dort dort nur das Nötigste tut, solange der Ruf nicht gravierenden Schaden nimmt, ist ein anderes Thema. Man versucht halt in jedem Fall (VW wie Brose oder Rotwild) mit allen Mitteln um einen Rückruf herumzukommen (der m.E. auch im Fall Brose angesagt gewesen wäre)....womit ich keinen sonstigen Vergleich der genannten Hersteller oder deren individuellem Thema strapazieren will...

RX750_Core

vom 16.11.2020 16:37 Aktualisiert am 16.11.2020 16:41
Sorry für OT, aber als betroffener Arbeitnehmer, bei eben diesem Hersteller VW kann ich manchmal nicht anders, da es mir langsam aber sicher gegen den Strich geht...

Ich möchte nur mal fragen, was denn alle anderen getan, oder gezahlt haben, die zum Teil bis zum fünffachen der Werte (vierstellig!) emmitiert haben wie der so böse EA189 Motor (speziell Renault, Peugeot, Fiat, etc., etc...)...
...
@ Jeep: Bitte nicht persönlich nehmen, aber ALLE Hersteller haben betrogen und nur einer hat gezahlt, und zwar mittlerweile über 30 Milliarden. VW war das Bauernopfer hinter dem sich die anderen schön verstecken können. Zum Thema Garantieabwicklung bin ich z.T. bei Dir, aber auch andere OEM's bekleckern sich nicht mit Ruhm.
Wäre halt schön, wenn (auch) mal andere genannt werden würden, denn als AN dort macht es halt nur noch schlechte Laune...

JeeP

vom 16.11.2020 20:00 Aktualisiert am 16.11.2020 20:09
Ich nehme VW als Beispiel, da ich selber von den Schäden am DSG Getriebe betroffen war.
Bei 2 Fahrzeugen 3x Getriebeschaden mit absolut keiner Kulanz, da kann einem als Kunde schon mal der Hals schwellen. Ja, die Fahrzeuge waren außerhalb der Garantie. Aber bei einem 1.2 FSI bei 97000 km und bei einem 1.8 FSI bei 76000 und 105000 km darf so etwas nicht auftreten.
Und dazu standen in allen Fällen die Fahrzeuge Wochen, da der Getriebespezialist keine Ersatzteile bekommen konnte.
Bei Fahrzeugen anderer Marken, die ich mal besessen habe, gab es halt solche Probleme nicht, oder erst 3-4 Jahre später. Und die waren problemlos zu beheben und Ersatzteile waren sofort verfügbar. Was ich z.B. bei meinem 12 Jahre alten Jeep (Grauimport) eigentlich nicht erwartet hätte.

RX750_Core

vom 28.11.2020 00:46 Aktualisiert am 28.11.2020 00:47
@JeeP
Da stimme ich Dir zu 100% zu, - so etwas (auch bez. Kulanz) darf nicht sein und den "dicken Hals" kann ich komplett nachvollziehen...
Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Ein guter Freund von mir hat sein "Stern" Fahrzeug nach knapp 4 Jahren verkauft, mit dem 3.Getriebe innerhalb von 60.000 km...!
PS: Was besonders ärgerlich in "D" ist, in China gibt es 160.000 km Garantie auf die DSG's. :-o

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